Neben medial-erfolgreichen Sportarten, gerät der Rodelsport häufig in Vergessenheit. Doch sollten wir uns fragen warum. Schließlich sind unsere deutschen Vertreter sehr erfolgreich und Schiedsrichter- fehlentscheidungen sind ebenfalls ausgeschlossen. Zudem hat uns ein Georg Hackl seinerzeit mit seiner Sympathie und seinen Erfolgen zum Rodelsport geführt.
Rodeln als Sportart
Als Laie könnte man Rodeln auch Schlitten fahren nennen. Letztlich ist das auch nicht ganz falsch, schließlich überwindet man beim Rodeln auch einen Berg mit einer Art Schlitten. Doch natürlich ist das Rodeln, was man im Winter gerne mit den Kindern macht, keinesfalls mit dem professionellen Rodelsport zu vergleichen. Hierbei ist vor allem exzellente körperliche Fitness, sowie hochwertiges Material wichtig. Außerdem rodeln die Profis in speziell angelegten Rodelbahnen, weshalb sie ganz andere Geschwindigkeiten erreichen können. Seit Anfang des 19. Jahrhunderts gehört der Rodelsport zum festen Programm von wintersportlichen Wettkämpfen. Die Geräte haben sich seit dieser Zeit natürlich stark verändert. Charakteristisch ist, dass die Kufen eines Rodels nur mit der Kante im Eiskanal aufliegen. Außerdem kann ein solcher Schlitten nur durch Gewichtsverlagerung gesteuert werden. Ein professioneller Rodelschlitten hält die Spur besser und erreicht sehr hohe Geschwindigkeiten.
Mit dem Schlitten zu den olympischen Spielen
Ins olympische Programm wurde das Rodeln 1964 aufgenommen. Frühere Bemühungen scheiterten, da die Wetteranfälligkeit dieser Sportart bis dahin sehr hoch war. Dies besserte sich erst, als die ersten Kunsteisbahnen entstanden. Dies war Mitte der 70er Jahre der Fall. Experimente an den Schlitten wurden durch ein immer genaueres Reglement in der letzten Zeit deutlich eingeschränkt. Obwohl es zwischen den Nationen natürlich auch heute noch große Unterschiede in der Ausstattung gibt. Diese sind aber eher den finanziellen Möglichkeiten geschuldet. Der erfolgreichsten Rennrodelnation (zunächst die DDR und später dann Gesamtdeutschland) stehen natürlich ganz andere Mittel zur Verfügung als kleineren Staaten, für die das Rodeln keine große Bedeutung hat.
Deutschland ist die erfolgreichste Nation im Rodelsport
Wenn man sich die Statistiken anschaut ist es wirklich unglaublich, denn Deutschland hat, zählt man die Siege von DDR-Sportlern dazu, etwa zwei Drittel der olympischen Medaillen in diesem Sport geholt. Diese Bilanz ist in der Tat beeindruckend und sollte dazu führen, dass Rodeln hierzulande ein wenig populärer wird. In den Wintersportregionen ist dies auch durchaus der Fall. Rodelwettbewerbe in Königssee, Oberhof oder Winterberg sind inzwischen sehr gut besucht. Aufgrund der guten Eisbahnen und der deutschen Erfolge finden die Weltmeisterschaften regelmäßig in Deutschland statt. 2012 wird dies in Altenberg der Fall sein.
Wer ist nun der erfolgreichste Rodler?
Über die erfolgreichste Nation wurde ja schon berichtet und natürlich ist es dann nur logisch, dass auch der erfolgreichste Einzelsportler aus Deutschland kommt. Wenn man Menschen nach Rodeln befragt, werden sie, wenn sie nicht ein absoluter Kenner dieser Szene sind, vermutlich nur einen Namen kennen: Georg Hackl. Georg Hackl hat in seiner aktiven Karriere insgesamt fünf olympische Medaillen errungen. Das waren drei Gold- und zwei Silbermedaillen. Doch auch außerhalb von Olympia hat er viele Erfolge vorzuweisen. So gewann er Rennen auf allen namhaften Rodelbahnen der Welt. Insgesamt kamen so 22 WM-Medaillen und unzählige Weltcupsiege zustande. Nach Ende seiner aktiven Karriere steht er nun oft als Experte für das Fernsehen an den Rodelbahnen.